FAQ - Häufig gestellte Fragen

Hier finden Sie die meist gestellten Fragen zum Thema Flüchtlinge. Mit Klick auf die Frage klappt die Antwort auf. In vielen Artikeln sind Hyperlinks enthalten, die Sie zu Dokumenten oder anderen Websites führen. Für den Inhalt dieser Seiten übernehmen wir keine Verantwortung. Sollten Änderungs- oder Ergänzungswünsche bestehen, schreiben Sie uns bitte eine E-Mail.

Kontakte

Bei der Stadt ist Ihnen das Team Flüchtlingsangelegenheiten, bestehend aus Frau Sand und Frau Lerche, gerne behilflich und beantwortet Ihre Fragen rund um das Flüchtlingsthema. Sie können dort unter der 06128 – 241 610 anrufen oder sich per E-Mail melden. Erreichbar ist das Team meistens montags - donnerstags bis nachmittags und freitags bis mittags. Außerdem können Sie gerne persönlich vorbeikommen oder bei Anregungen/Ideen/Kritik uns das Kontaktformular dieser Website zukommen lassen.

Das JobCenter Bad Schwalbach ist das verantwortliche JobCenter für Taunusstein und befindet sich in der Heimbacher Str. 7 in Bad Schwalbach. Es ist für die Leistungen nach dem SGB II zuständig und somit für die Grundsicherung der anerkannten Flüchtlinge. Kontaktdaten und weiteres finden Sie hier.

Flüchtlinge müssen meisten zum Kreis, um beim Fachdienst Migration oder der Ausländerbehörde vorbeizuschauen. Dort gibt es zahlreiche Informationen. Außerdem gibt es ein Bürgertelefon rund um das Thema Flüchtlinge, das beim Kreis geschaltet ist, unter der 06124 510 510.

Die Wohnungssuche ist nach der Anerkennung der Flüchtlinge ein wichtiges Thema, da sie aus den Gemeinschaftsunterkünften ausziehen müssen.

Im Rathaus gibt es leider keine Möglichkeit, eine Wohnung zu suchen. Dort ist es jedoch möglich, einen Wohnberechtigungsschein für Sozialwohnungen in Zimmer 143 zu beantragen.

Auf der Suche nach Wohnungen im Rheingau-Taunus-Kreis kann sich jedoch an die Kommunale Wohnungsbau GmbH (KWB) gewandt werden. Auf der Website kann zum Beispiel der Bewerberbogen ausgefüllt werden. Anschließend meldet sich das Amt dann bei dem Bewerber, sollte eine passende Wohnung zur Verfügung stehen.

Meistens ist es den Asylberechtigten jedoch möglich, hessenweit wohnhaft zu werden und damit auch in anderen Landkreisen nach Wohnungen Ausschau zu halten. Genaueres zu diesen Bestimmungen findet sich meistens im Ausweis.

Aufgrund der mangelnden Angebote von psychischer Beratung etc. werden viele Traumata, welche die Mitbürger/innen mit sich herumtragen, nicht erfasst und behandelt. Jedoch benötigen viele von ihnen Hilfe. Dafür gibt es zum Beispiel Einrichtungen wie die Notfallseelsorge. Die Muslimische Notfallseelsorge wirbt mit entsprechenden Sprachkenntnissen und könnte manchen vielleicht helfen. Hier geht es zu ihrer Website.

Die sogenannten Integrations-Lotsen kommen aus den verschiedensten Ländern der Welt und sind wohnhaft in Taunusstein. Durch ihre Ausbildung können sie den geflohenen Menschen Unterstützung im Alltag bieten wie beim Ausfüllen von Formularen, Besuch einer Behörde oder eines Arztes etc. und aufgrund ihrer Herkunft die verschiedensten Sprachen sprechen. Darunter zum Beispiel Deutsch, Englisch, Türkisch, Arabisch, Farsi und viele mehr. Erreichbar sind die I-Lotsen telefonisch unter der 06128-8591969 oder der 0157-54759427 und per E-Mail. Sprechzeiten sind donnerstags von 9:30 bis 11:00 Uhr im Büro des Familienzentrums MüZe (Scheidertalstraße 27, 65232 Taunusstein-Hahn) oder am ersten Mittwoch im Monat von 16:00 bis 18:00 Uhr im Zimmer 139 des Rathauses (Aarstraße 150, 65232 Taunusstein-Hahn). Hier geht es zum Flyer.

Aufgrund des Datenschutzes wird keine vollständige Liste mit Dolmetschern veröffentlicht. Jedoch können Sie immer bei Bedarf unter der 06128 – 241 610 anrufen oder eine E-Mail schreiben und wir organisieren einen Dolmetscher bzw. stellen Kontakt her.

Die Tafel sammelt qualitativ einwandfreie Lebensmittel und verteilt sie kostenlos oder gegen einen symbolischen Beitrag an Bedürftige. Darunter werden vor allem Menschen verstanden, die nur über wenig Geld im Monat verfügen z.B. aufgrund geringer Rente, Bezug von Arbeitslosengeld, Sozialhilfe oder Grundsicherung. In Taunusstein befindet sich ebenfalls eine Ausgabestelle der Tafel. Der Träger ist das Diakonische Werk Rheingau-Taunus. Dort erfährt man, wer berechtigt ist, an der Tafel teilzunehmen und wo sich die Ausgabestelle befindet. Erreichbar ist das Diakonische Werk wie folgt: Tel: 06124-70820, Fax: 06124-708260, oder per E-Mail.

Spenden

Kleidung kann bei der Kleiderkammer der Evangelischen Kirche am „Alten Bahnhof“  in der Kirchstraße 20 in Bleidenstadt (Tel.: 06128 42950) abgegeben werden. Die Kleidung sollte gut erhalten sein. Bitte nur zu den Öffnungszeiten (Montag, Dienstag, Mittwoch von 10 Uhr bis 13 Uhr, und am Mittwoch und Donnerstag von 14 Uhr bis 17 Uhr) Kleidung  abgeben.

Anderweitige Sachspenden können gerne bei uns gemeldet werden, schreiben Sie uns dafür am besten eine E-Mail mit Auflistung der Dinge (oder rufen Sie uns unter der 06128 241 610 an). Wir leiten Ihr Angebot dann an die Koordinatoren der Unterkünfte weiter, die sich bei Bedarf bei Ihnen melden.

Sollte es sich um eine Geldspende handeln, können Sie diese gerne auf eines der beiden, von der Stadt Taunusstein eingerichteten, Spendenkontos überweisen:

Bank Untertaunus eG

DE61 5109 1700 0000 0005 90

und

Wiesbadener Volksbank eG

DE35 5109 0000 0016 1718 08

Als einheitlicher Verwendungszweck sollte „Flüchtlingshilfe“ angegeben werden. Die Spenden werden u. a. für Fahrradschutzausrüstung, fehlendes Mobiliar o. ä. verwendet.

In Taunusstein gibt es bereits über 100 ehrenamtliche Flüchtlingshelfer. Trotzdem geht die Arbeit nie aus und es werden weiterhin Helfer gesucht. Jede noch so kleine Zeitspende ist sinnvoll und dient der Integration der Flüchtlinge. Dabei gilt: Egal, wie unterschiedlich groß die Zeitspenden sind, sie sind alle gleich viel wert, da sie ehrenamtlich und mit Engagement ausgeführt werden. Dafür danken wir!

Bei der ehrenamtlichen Arbeit handelt es sich meist um die Begleitung der neuen Mitbürger/innen im Alltag. Behördengänge, Einkaufen, Arztbesuche, Ausfüllen von Formularen etc. können zum Beispiel mögliche Aufgaben sein. Sollten Sie sich für die Flüchtlinge engagieren wollen, schreiben Sie uns eine E-Mail oder rufen Sie uns unter der 06128 241 610 an, wir vermitteln Sie in die Unterkünfte weiter. Natürlich sind Sie zu keiner Aufgabe gezwungen, sondern können frei entscheiden, wie Sie sich einbringen wollen. Wir würden uns sehr über Ihr Engagement freuen. Gerne können Sie auch eine Vereinbarung mit der Stadt Taunusstein unterschreiben, damit Sie bei Ihren Tätigkeiten versichert sind und auch einen Nachweis über Ihre Aufgaben erhalten können.

Sollten Sie sich für eine bestimmte Unterkunft in Ihrer Nähe interessieren und sich dort engagieren wollen, so können Sie Kontaktdaten zu den entsprechenden Hauskoordinatoren auf den Seiten der einzelnen Unterkünfte finden. Dorthin gelangen Sie, wenn Sie hochscrollen und rechts auf „Unterkünfte“ klicken.

Es gilt immer: Sollten Sie zukünftig in einer unserer städtischen Unterkünfte ehrenamtlich tätig werden, so müssen Sie sich bei uns melden. Wir tragen Sie dann in die Helferliste ein und wissen über Ihr Engagement Bescheid. Das ist sehr wichtig, da nicht jeder einfach so die Unterkünfte betreten darf.

Unter der Rubrik „Unterkünfte“ können Sie sich die Flüchtlingsunterkünfte anschauen. Dort wird jeweils angegeben, was momentan in den einzelnen Unterkünften benötigt wird und wen sie deswegen kontaktieren können.

Kleidung kann bei der Kleiderkammer der Evangelischen Kirche am „Alten Bahnhof“  in der Kirchstraße 20 in Bleidenstadt (Tel.: 06128 42950) abgeholt werden. Die Kleiderkammer hat  Montag, Dienstag, Mittwoch von 10 Uhr bis 13 Uhr und am Mittwoch und Donnerstag von 14 Uhr bis 17 Uhr geöffnet.

Formulare / Ereignisse

Ein Wohnberechtigungsschein wird meistens von Vermietern verlangt, die eine mit öffentlichen Mitteln geförderte Wohnung vermieten. Er dient als Nachweis dafür, dass der Mieter berechtigt ist, eine solche Sozialwohnung zu beanspruchen. Der Schein wird außerdem nur Personen ausgestellt, die sich auf Dauer im Bundesgebiet aufhalten dürfen. Das bedeutet für geflüchtete Personen, dass sie im Besitz einer Aufenthaltserlaubnis sein müssen, die mindestens für ein Jahr gültig ist oder bereits eine Aufenthaltserlaubnis länger als 18 Monate besitzen müssen.

Einen Wohnberechtigungsschein können Sie im Rathaus, Aarstraße 150, Zimmer 143, beantragen. Was dafür benötigt wird und wie ein solcher Antrag aussieht, sehen Sie hier unter „Wohnberechtigung“.

Die Anträge etc. sind sehr kompliziert. Daher ist es ratsam, dass die betroffenen Flüchtlingseltern und der Betreuer ein Formular unterschreiben, mit welchem die Anträge etc. dem Betreuer zugesendet werden, sodass dieser sie lesen und dann gemeinsam bearbeiten kann. Ein entsprechendes Formular und weitere Unterlagen etc. erhalten Sie beim Kindergartenplatzservice im Rathaus, Büro 143, bei dem das Kind dann auch angemeldet wird.

Für die Flüchtlingskinder in den zwölf städtischen Unterkünften übernehmen wir als Stadt gerne die Anmeldung bei der Schule. Wichtig ist bei einem Kind im Grundschulalter, dass die Eltern die Anmeldung unterschreiben. Bei älteren Kindern ist dies nicht mehr nötig.

Diese Anträge finden Sie auf der Website des Rheingau-Taunus-Kreises in der Rubrik „Bildung und Teilhabe“. Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene (bis 25 Jahre), die z.B. Sozialgeld nach SGB II (anerkannte Flüchtlinge) beziehen oder nach § 2 AsylbLG leistungsberechtigt sind, können die Angebote wahrnehmen. Zusätzlich zu dem eigentlichen Antrag ist ein Global-Antrag (2. von oben) auszufüllen.

Bei der Ankunft eines neuen Flüchtlings in einer Unterkunft sind im Regelfall ein Mitarbeiter der Stadt, der Hausmeister sowie Ehrenamtliche anwesend. Meist gibt es einen kleinen Rundgang durch das Haus. Anschließend ist vor allem ein Einkauf für die ersten Tage wichtig. Die Mitarbeiter der Stadt werden nach dem Besuch dem Flüchtling eine Wohnungsgeberbestätigung ausstellen. Diese, plus letzte Meldebescheinigung und Ausweis sind für die Anmeldung des Flüchtlings im Bürgerbüro wichtig.

Am nächsten Tag muss der neue Bewohner zum Kreis nach Bad Schwalbach (Heimbacher Str. 7), um dort angemeldet zu werden. Zunächst muss beim Kreis für die Anmeldung ein Passbild gemacht werden. Dies ist im Erdgeschoss des Gebäudes, ganz nach hinten durch, für 6€ möglich. Kleine Scheine können dort gewechselt werden. Danach muss sich in die Listen beim Fachbereich Migration / Ausländerbehörde eingetragen werden. Dafür nimmt man den Aufzug in den zweiten Stock. Für den Aufenthalt beim Kreis sollte eine längere Zeitspanne eingeplant werden, da die Anmeldung je nach Zahl der Besucher unterschiedlich lang dauert. Bei der Anmeldung sollten die Flüchtlinge alle Papiere dabei haben. Anschließend erhalten sie u.a. Geld/Scheck, Krankenscheine und weitere Dokumente sowie einen Termin, an dem sie wieder dort erscheinen müssen.

Zunächst kann sich die Mutter (auch mit Ihrem Partner) mit allen Fragen an ein Hilfetelefon wenden. Den Kontakt und viele weitere Informationen erhalten Sie hier. Diese Informationen sind mit Klick auf die Fahnen oben in der Ecke auch in vielen weiteren Sprachen wie Arabisch, Farsi etc. erhältlich.

Zu den Formalitäten: Sollte eine Heiratsurkunde vorhanden sein, muss diese von einem vereidigten Dolmetscher übersetzt werden. Ist keine Heiratsurkunde vorhanden, so muss ein Termin beim Jugendamt in Bad Schwalbach ausgemacht werden. Bei diesem Termin müssen dann Anträge für die Vaterschaftsanerkennung und das gemeinsame Sorgerecht gestellt werden.

Sollte die werdende Mutter in einer städtischen Unterkunft leben, so sollte das Team Flüchtlingsangelegenheiten informiert werden (per E-Mail oder unter 06128 241 610), damit beispielsweise ein Babybett organisiert werden kann.

Kindergeld kann erst beantragt werden, wenn die Familie eine Aufenthaltserlaubnis besitzt. Sobald die Anerkennung beim Kreis in Bad Schwalbach notiert ist und die Person in den Zuständigkeitsbereich des JobCenters fällt, erhält die Familie eine Aufforderung, Kindergeld zu beantragen. Die Anträge gibt es hier bei der Bundesagentur für Arbeit.

Asylverfahren

Nach der Genfer Flüchtlingskonvention ist ein Flüchtling eine Person, die sich außerhalb ihres Heimatstaates aufhält, da ihr dort aufgrund ihrer Ethnie, Religion, Nationalität, politischen Überzeugung oder Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe Verfolgung droht.

Es gibt aber auch Umwelt- bzw. Klimaflüchtlinge sowie Elends- und Wirtschaftsflüchtlinge, die etwa vor Hunger oder Umweltkatastrophen fliehen. Dies wird zumeist jedoch nicht als Asylgrund anerkannt.

Das Recht auf Asyl wurde 1949 im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland verankert.Im Dublin Verfahren wird der für die Prüfung eines Asylantrags zuständige Staat festgestellt. Damit wird sichergestellt, dass jeder Asylantrag nur von einem Mitgliedstaat inhaltlich geprüft wird.

Ein Asylantrag kann nur beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge gestellt werden. Äußert ein Schutzsuchender das Anliegen, einen Asylantrag zu stellen, wird er an die nächstgelegene Aufnahmeeinrichtung eines jeweiligen Bundeslandes verwiesen. Die Zuteilung zu einer Erstaufnahme-Einrichtungen hängt zum einen ab von deren aktuellen Kapazitäten. Daneben spielt auch eine Rolle, in welcher Außenstelle des Bundesamtes das Heimatland des Asylsuchenden bearbeitet wird, denn nicht jede Außenstelle bearbeitet jedes Herkunftsland. Zudem bestehen Aufnahmequoten für die einzelnen Bundesländer. Diese legen fest, welchen Anteil der Asylbewerber jedes Bundesland aufnehmen muss und werden nach dem sogenannten "Königsteiner Schlüssel" festgesetzt. Er wird für jedes Jahr entsprechend der Steuereinnahmen und der Bevölkerungszahl der Länder berechnet.

Nachdem das zuständige Bundesland ermittelt ist, meldet sich der Schutzsuchende bei der zuständigen Aufnahmeeinrichtung. Die Aufnahmeeinrichtung kümmert sich um seine Unterbringung, versorgt ihn und informiert die nächstgelegene Außenstelle des Bundesamts.

Das Bundesamt legt eine elektronische Akte an und erfasst die persönlichen Daten. Alle Asylantragsteller, die das 14. Lebensjahr vollendet haben, werden fotografiert und es werden von ihnen Fingerabdrücke genommen (erkennungsdienstliche Behandlung). Die Maßnahmen geben Aufschluss darüber, ob sich der Asylbewerber bereits zu einem früheren Zeitpunkt – eventuell unter anderem Namen – in Deutschland aufgehalten hat oder ob ein anderer europäischer Staat für die Durchführung des Asylverfahrens zuständig sein könnte. Bei der Antragstellung wird ein Ausweisdokument, die Aufenthaltsgestattung, ausgestellt. Die Aufenthaltsgestattung muss der Antragsteller immer bei sich tragen und bei Personenkontrollen der Polizei vorlegen.

Während der ersten Zeit erhalten sie Leistungen aus dem Asylbewerberleistungsgesetz.

Wird ein Asylsuchender als Flüchtling anerkannt, erhält er dagegen Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch.

Ohne Arbeitserlaubnis dürfen Flüchtlinge nicht arbeiten und keine Ausbildung machen. Für Asylsuchende und Geduldete ist die Arbeit in den ersten drei Monaten ihres Aufenthalts ganz verboten. Auch danach haben sie nur schlechte Chancen auf eine Arbeit, weil es "bevorrechtigte Arbeitnehmer" gibt. Dies sind Deutsche, aber auch EU-Bürger oder anerkannte Flüchtlinge. Anerkannte Flüchtlinge haben ein zeitlich befristetes Aufenthaltsrecht.

Nach 15 Monaten Aufenthalt in Deutschland dürfen Asylbewerber und geduldete Flüchtlinge - ohne die oben beschriebenen Einschränkungen - arbeiten.

Das Recht, Ehepartner oder Kinder aus dem Fluchtland nachkommen zu lassen, haben ebenfalls nur anerkannte Flüchtlinge. Asylsuchenden, Geduldeten und Menschen, die ein humanitäres Aufenthaltsrecht erhalten, ist dieser Familiennachzug nicht erlaubt.

Auch bezüglich der Residenzpflicht gibt es Unterschiede: Die Residenzpflicht gilt in den ersten drei Monaten nach Stellung des Asylantrags für die Stadt oder den Kreis. Diese darf der Flüchtling in diesem Zeitraum nur mit behördlicher Genehmigung verlassen. Nach den drei Monaten dürfen sich die Asylbewerber ohne Erlaubnis in ganz Deutschland bewegen.

Weniger Freiheiten genießen die Asylbewerber jedoch bei der Wahl ihres Wohnsitzes. Die sogenannte Wohnsitzauflage sagt aus, dass die Flüchtlinge nur in der Stadt oder dem Kreis wohnen dürfen, in dem sie zugeteilt wurde. Erst nach ihrer Anerkennung dürfen sie bundeslandweit wohnhaft werden.

nach: „Basisinformationen für die Beratungspraxis Nr. 1: Das Asylverfahren in Deutschland“ von Michael Kalkmann, Informationsverbund Asyl und Migration e.V.

Wenn der Asylantrag endgültig abgelehnt ist, wird ein Flüchtling aufgefordert, Deutschland zu verlassen. Meistens hat er dazu einen Monat Zeit, in bestimmten Fällen auch weniger. Reist er nicht freiwillig aus, droht die Abschiebung. Abschiebungen werden fast immer per Flugzeug durchgeführt. Jährlich werden mehrere Tausend Menschen auf dem Luftweg aus Deutschland abgeschoben.

2014 wurden insgesamt ca. 11.000 Menschen abgeschoben.

Über die Abschiebung entscheidet das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Aber natürlich kann gegen diese Entscheidung vor den Verwaltungsgerichten geklagt werden. Die Frist dafür beträgt meistens ein oder zwei Wochen nach dem Ergebnis.

Flüchtlinge in Taunusstein

Zum einen gibt es zwölf dezentral auf die Stadtteile verteilte Dauerunterkünfte in hierfür angemieteten Bestandsimmobilien, in denen Menschen leben, die aus der Hessischen Erstaufnahmeeinrichtung (HEAE) zu uns kommen. Die Belegung in diesen Unterkünften variiert je nach Immobilie zwischen 6 und rd. 40 Personen. Hier verbleiben die Menschen für die Dauer ihres Asylverfahrens. Auch die Containeranlage in Hahn unterhalb des Rathauses dient diesem Zweck, kann jedoch mit rd. 60 Personen belegt werden.

Zudem leben in zwei Immobilien sog. unbegleitete minderjährige Ausländer (UMA). Diese Einrichtungen in Neuhof und Bleidenstadt werden von der EVIM betrieben und von Sozialpädagogen rund um die Uhr betreut.

Des Weiteren hat der Rheingau-Taunus-Kreis eine größere Gemeinschaftsunterkunft, die vom Landkreis betrieben und mit hauptamtlich sozialpädagogischem Personal begleitet und geleitet wird, in Taunusstein-Bleidenstadt angemietet.

Aus Afghanistan, Albanien, Algerien, Äthiopien, Eritrea, Irak, Iran, Marokko, Mazedonien,  Pakistan, Russland, Somalia, Syrien und der Türkei.

Eine Notunterkunft dient als „Überlaufpuffer“ bis in den Einrichtungen der Hessischen Erstaufnahmeeinrichtung (HEAE) wieder entsprechender Freiraum vorhanden ist, die Flüchtlinge dort unterzubringen. Ihr Aufenthalt ist also nur vorrübergehend. Mit den Notunterkünften werden die HEAE entlastet und vor allem die über die Koordinierungsstelle des Bundes gesteuerten Zuläufe an Flüchtlingen, die über Österreich und Bayern angekommen sind, gelenkt.

Die Flüchtlinge werden in diesen kurzfristig geschaffenen und vorrübergehenden Unterbringungsmöglichkeiten nach gleichen Standards versorgt und betreut, wie dies in einer regulären Einrichtung der Fall ist.

Alle ankommenden Flüchtlinge werden in den Hessischen Erstaufnahmeeinrichtungen medizinisch untersucht und versorgt, auf Anzeichen von Infektionserkrankungen und anderen behandlungsbedürftigen Erkrankungen sowie einfachen Erkrankungen und Verletzungen betreut. Die Versorgung schwerer Krankheitsfälle erfolgt in umliegenden Arztpraxen oder Krankenhäusern.

Die Flüchtlinge bleiben für die Dauer des Asylverfahrens, zwischen 3 und 15 Monaten, in Taunusstein. Anschließend steht es den Flüchtlingen nach der Anerkennung zu, meist hessenweit wohnhaft zu werden. Abweichungen sind im Einzelfall möglich.

Anerkennung

Ein Asylberechtigter darf meist bundeslandweit wohnhaft werden und muss nach einer bestimmten Frist aus der Gemeinschaftsunterkunft ausziehen. Außerdem ist er dazu berechtigt, seine Familie nachzuholen. Des Weiteren wird er nun finanziell vom JobCenter durch Leistungen des SGB II unterstützt. Er darf arbeiten gehen und einen Integrationskurs besuchen.

Meistens beträgt die Frist drei bis sechs Monate. In dieser Zeit sollte der Asylberechtigte dringend nach Wohnungen Ausschau halten, da er angehalten ist, schnellstmöglich aus der Unterkunft in eine Wohnung ausziehen.

Die unterschiedlichen Zeitspannen werden individuell festgelegt. Nach Ablauf der Jahre wird der Asylberechtigte nicht direkt abgeschoben. Stattdessen muss er erneut beim BAMF vorstellig werden. Wird dem Flüchtling subsidiärer Schutz zugesprochen, so ist seine Aufenthaltserlaubnis zunächst auf ein Jahr befristet. Ist er hingegen als Flüchtling anerkannt, ist die Erlaubnis auf drei Jahre ausgelegt. Näheres zum Unterschied zwischen den zwei Schutzformen gibt es hier.

Arbeit

Flüchtlinge dürfen in den ersten drei Monaten nach Asylantragsstellung nicht arbeiten. Danach können sie unter bestimmten Voraussetzungen eine Beschäftigung ausüben. Diese muss jedoch immer vorher durch die Ausländerbehörde genehmigt werden, da zum Beispiel die Arbeitsagentur vorher prüft, ob für diese Stelle Menschen mit besserem Aufenthaltstitel oder deutscher Staatsbürgerschaft in Frage kommen. 15 Monate nach Asylantragstellung entfällt diese sogenannte Vorrangsprüfung. Trotzdem muss die Genehmigung eingeholt werden. Außerdem ist meistens im Ausweis unter Nebenbestimmungen festgehalten, inwiefern oder ob derjenige erwerbstätig werden darf.

nach: „Basisinformationen für die Beratungspraxis Nr. 1: Das Asylverfahren in Deutschland“ von Michael Kalkmann, Informationsverbund Asyl und Migration e.V.

Manchmal sind im Internet Praktika-Stellen zu finden. Da diese jedoch meistens nicht in Taunusstein oder näherer Umgebung liegen, empfiehlt es sich, bei den Unternehmen persönlich vorbeizuschauen und nachzufragen. Deutschkenntnisse sind natürlich von Vorteil. Außerdem kann sich auf der Suche nach Praktika immer an das JobCenter und die Ausländerbehörde in Bad Schwalbach gewandt werden.

Sie können das Flüchtlingsangelegenheiten-Team im Rathaus darüber informieren (Tel: 06128 241 610; oder per E-Mail). Das Angebot wird dann an die Koordinatoren - am besten mit Ihren Kontaktdaten und Auflistung der Tätigkeitsgebiete, Arbeitsort etc. - weitergeleitet. Diese prüfen dann in der Unterkunft, ob jemand Passendes gefunden werden kann. Sollten Sie Fragen dazu haben, können Sie sich ebenfalls an genannten Kontakt wenden.

Sprachkurse

Ein Flüchtling darf einen Integrationskurs erst nach seiner Anerkennung besuchen. Ausnahmen gibt es für Asylbewerber aus den Ländern Syrien, Somalia, Eritrea, Irak und Iran. Diese Menschen dürfen schon nach Durchführung ihres ersten Interviews einen Antrag auf einen vorzeitigen Integrationskurs stellen. Das Formular dazu finden Sie hier.

Jeder Ehrenamtliche, der gerne möchte, kann Flüchtlingen beim Deutschlernen helfen. Teilweise liegen Übungshefte bei uns im Büro 139 aus. Allerdings kann kein Ehrenamtlicher einen Integrationskurs leiten, dieser kann nur von Lehrern durchgeführt werden, die vom BAMF anerkannt sind.

Wohnen

Diesbezüglich können Sie sich an das JobCenter in Bad Schwalbach wenden. Dieses ist für die finanziellen Leistungen an die Asylberechtigten zuständig und kann eventuell  Auskunft über die möglichen Preise und Größen geben. Kontaktdaten finden Sie hier.

Wohnungsangebote gibt es im Rheingau-Taunus-Kreis derzeit nur wenige. Deshalb ist eine Anmeldung als Bewerber bei der KWB (Kommunale Wohnungsbau GmbH Rheingau-Taunus) ratsam. Hier kann man den Bewerberbogen ausfüllen und wird damit bei der KWB registriert. Sollte sich eine passende Wohnung finden, wird der Bewerber informiert. Bezüglich möglicher Wohnungsgrößen und –preise ist beim JobCenter Bad Schwalbach nachzufragen, welches für die Leistungen nach dem SGB II zuständig ist. Allerdings müssen die meisten Asylberechtigten nicht im Landkreis wohnen bleiben, sondern dürfen meist – sofern nicht anders im Pass vermerkt – im gesamten Bundesland wohnhaft werden.

Die Stadt Taunusstein ist für die Wohnungsvermittlung NICHT zuständig. Im Rathaus kann lediglich ein Wohnberechtigungsschein erworben werden (Büro 143), der bei Sozialwohnungen notwendig ist.

Ein Asylberechtigter darf meist bundeslandweit wohnhaft werden, sofern nicht anders im Pass vermerkt.

Arztbesuch

Hier gibt es eine Liste mit entsprechenden Ärzten.

Einen Krankenschein bekommen die Asylbewerber am Anfang eines Quartals (bzw. kurz vorher) vom Kreis.

Dafür gibt es in Taunusstein die Integrationslosen, die mit vielen Sprachkenntnissen werben. Die Kontakte finden Sie oben auf dieser Seite.

Unterstützung

Auf jeden Fall sollte die Polizei verständigt werden, da es sich um eine Straftat handelt. Außerdem gibt es Beratungsstellen wie zum Beispiel das Violence Prevention Network. Dieses ist zum Beispiel auf Extremismus spezialisiert. Hier finden Sie die Kontaktdaten zu den einzelnen Beratungsstellen.

Es empfiehlt sich, sich im Internet oder anderweitig nach einer passenden Beratungsstelle für das jeweilige Problem umzuschauen.